Liebe Britt! Danke, dass du dir die Zeit nimmst für dieses Interview, ich freu mich sehr dir einige Fragen stellen zu dürfen im Bezug auf das Stretching, Poledance und dein persönlicher Weg zur Flexibilität.

Stell dich doch mal ganz kurz vor, falls dich jemand noch nicht kennen sollte: Wie alt bist du? Von wo kommst du? Und was machst du täglich?

Aaaalso, mein Name ist Britt Bloem, ich bin 35 Jahre alt und komm aus Holland. Ich wohne seit 10 Jahre mit meinem Freund in Innsbruck. Seit über 7 Jahre unterrichte ich täglich Pole, entweder Workshops oder in meinem neuen Studio Aerial Amazons.

Vielen Dank für die Vorstellung. Jetzt gehts zu den Fragen wo wir mehr über dich & dein Training erfahren möchten: Ab wann hat dein flexy Leben begonnen? Wo hast du bemerkt, dass dich Flexibilität und auch der Polesport interessiert?

Das erste mal an der Pole hab ich sofort die Leidenschaft gefunden. Denn nach ein Paar Monate trainieren habe ich eingesehen das Flexibilität an der Pole mega geil ist und eigentlich auch ein Muss, weil es einfach so viel geile Splittricks gibt. Dann hab ich mit stretchen angefangen – da war ich 28 Jahre.

Was liebst du denn ganz persönlich am Stretching? Was stretcht du am liebsten?

Als ich angefangen hab war das Stretching richtig zach für mich. Es war richtig so: OK, ich quäle mich jetzt durch die Einheiten durch, weil ich einfach meine Pole Ziele erreichen wollte. Irgendwann ist es dann aber zu einem ‘Bedürfnis’ geworden, weil es einfach ein feines Gefühl ist den Körper zu dehnen. Ich mag am liebsten Middlesplits, die fallen mir am leichtesten.

Bist du von Natur aus schon flexibler als andere Menschen oder steckt dahinter jahrelanges Training?

Für die Beine: Harte Arbeit und Jahrelanges Training. Ich habe nichts geschenkt bekommen.

Für mein Rücken und Schulter: Am Anfang war mein untere Rücken relativ flexibel, aber nachdem meine Muskeln immer starker geworden sind war das irgendwann nicht mehr so. Jetzt muss ich richtig arbeiten an meiner Rückenflexibilität.

Was sind für dich die wichtigsten Punkte beim Stretching?

Auf nummer 1 steht Sicherheit, du musst eine Ahnung haben was du machst, welche Muskeln es betrifft und wie du die Übungen sicher ausführen kannst.

Deine ‘passiv range und aktiv range‘ sollten nicht zu weit auseinander liegen. Anders gesagt: aktive Flexibilität trainieren ist sehr wichtig!

Und der Kern für gutes stretching ist für mich: Atmen und Focus. 
Focus auf dein Körper, was du spürst und wie dein Körper reagiert. Wenn du gut auf deinen Körper hörst, wirst du lernen welche Übungen für dich funktionieren und wie oft und wie intensiv du dehnen sollst.

Gab es schon mal Verletzungen die dich aus der Bahn geworfen haben und du länger pausieren musstest? Wie gehts du damit um?

Yes, der klassischen Hamstring Zerrung. Ist schon Jahre her, aber hin und wieder immer noch spürbar. Ich bin erst zum Physiotherapeut gegangen. Nur ein Artzt oder ein Physio kann dich da richtig beraten.

Pausieren kann ich nie wirklich, da tägliches unterrichten einfach meinen Job ist. Also habe ich gelernt wie ich mit dieser Verletzung trotzdem weiter unterrichten und trainieren kann – in meinem Fall hab ich das Bein einfach so wenig wie möglich verwendet. Da sollt ihr aber bitte keinen Vorbild an mir nehmen: Auskurieren ist auf jeden Fall besser, allerdings für mich leider keine Option gewesen.

Nach ein paar Wochen hab ich angefangen das verletzte Bein wieder mit zu dehnen, aber immer ganz gut auf meinen Körper gehört und nie in den Schmerz rein gedehnt. Langsam ist es dann immer besser geworden, aber es hat gedauert, so eine Verletzung dauert Monate. 

Wie sieht dein persönliches Flexibilitytraining vom Aufbau her auf? Und wie oft strechst du pro Woche?

Weil mir im Moment die Zeit fehlt, komm ich nicht oft zum trainieren. Für die Beine brauch ich aber nicht viel tun um auf meinem jetzigen Stand zu bleiben. Da reicht aufwärmen um in meine Oversplits rein zu kommen.

Für was ich richtig trainieren muss ist für meinen Rücken. Da fehlt mir aber eben der Zeit. Aber hey, 2019 steht vor der Tür – Guter Vorsatz.

Wegen dem Aufbau von meinem Flexibility Training: Manchmal dehne ich nur um Spannung in meine Muskeln zu verringern. In dem Fall mach ich kein großes Warm up, sondern roll über mein Foamroller und mach nur ganz sanfte Stretches. Wenn ich stretche (so wie in meinem Unterricht) um an meiner Flexibilität zu arbeiten, roll ich erst mit meinem Foamroller, und dann wärme ich mich gut auf. Ich schaue das meine Gelenke gerollt sind, die Muskeln die ich dehnen wird gut aktiviert sind und dann gehe ich alle Muskelgruppen durch die ich brauche. Wenn ich zum intensiven Teil von meinem Stretching komme, mach ich auch ganz gern Partnerübungen.

Wie kamst du zum Poledance? Warst du sofort Feuer und Flamme?

Yes, ich hab es sofort geliebt! Zum anschauen und um selber zu machen. Die Leichtigkeit, das Fliegen…

Was ist dein allerliebster flexy Trick an der Pole?

I bin so schlecht mit Namen von Tricks – und vor allem gibt es auch unendlich viele Split Tricks. Im Moment ist es der ‘Bozina Split’. Aber Bird of Paradise und Spatchcock mag ich auch gern.

Du hast vor kurzen dein wunderschönes Studio Aerial Amazons in Innsbruck gegründet wo du deine Leidenschaft an deine Schüler weitergibst, und ich dich auch schon besuchen durfte. Hast du dir damit einen Traum erfüllt?

Ja sicher! Ich war natürlich bereits 5 Jahre Mitinhaber von einem anderen Polestudio, also es war nicht komplett neu für mich. Aber Aerial Amazons war ein komplett frischer Start – und habe es wieder geschafft was vom Grund auf aufzubauen, ganz alleine – und dieses mal ist es komplett Meins. Ich hab ein Ort geschaffen auf den ich ganz Stolz bin, wo ich zuhause bin und meine Mädels auch.

Ein anderer Traum von mir ist das Jahr davor erfüllt worden, in dem ich nur herumgereist bin um Workshops zu unterrichten. Habe so viele Workshops unterrichtet und so viel coole Leute kennengelernt, so viel Erfahrung gemacht. Das hat mein Leben wirklich bereichert.

Welchen persönlichen Tipp möchtest du der Stretching-Community unbedingt mitgeben?

Atmen und Focus! Und dran bleiben – wie Steffi schon gesagt hat: Flexibilität ist ein Weg, kein Ziel!

DANKE liebe Britt für dieses großartige Interview! Wer noch Fragen an Britt hat, findet sie auf Instagram mit dem Namen: @britt_bloem und ihr Studio @aerial_amazons oder direkt in Innsbruck, ein Besuch lohnt sich definitiv und da spreche ich aus persönlicher Erfahrung! 🙂

Ich hoffe, dass dieses Interview dir einen kleinen Einblick in die Welt von Britt Bloem, unserer Staatsmeisterin in Österreich geben konnte. Hier sieht man wieder deutlich, dass nicht alles von heute auf morgen kommt, und das Dranbleiben und jahrelanges Training enorm wichtig ist. Also meine Lieben: immer weiter machen & niemals aufgeben! #nevergiveup

Happy Stretching, Eure Steffi