Liebe Jasmine! Danke, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast! Ich freue mich sehr dir einige Fragen zu den Themen Stretching und Poledance stellen zu dürfen und wir freuen uns schon von deinem persönlichen Weg zur Flexibilität zu lesen!

Stell dich doch mal ganz kurz vor, falls dich jemand noch nicht kennen sollte: Wie alt bist du? Von wo kommst du? Und was machst du täglich außer Stretchen? 😀

Vielen Dank liebe Steffi. Also mein Name ist Jasmine , ich bin 34 Jahre alt und komme aus Düsseldorf. Ich bin Mutter von zwei Kindern ( 8 und 11 Jahre) und verheiratet. Zwischen meinen Schwangerschaften habe ich Poledance für mich entdeckt und nach der Trainierausbildung bei Vertical Dance dann gemeinsam mit Jen, PoletastiX gegründet. Neben dem Stretchen besteht mein Tag aus Haushalt , Kinderbetreuung, Buchhaltung, Vorbereitung und Planung der Unterrichtsstunden, eigenem Training und in den Abendstunden dann das Unterrichten von Poledance / Pole Fitness. 

Vielen Dank für die kurze Vorstellung. Weiter geht’s zu den Fragen wo wir mehr über dich & dein Training erfahren möchten: Wann hat dein flexy Leben begonnen? Wann hattest du den Wunsch flexibler zu werden und hast es dann tatsächlich durchgezogen?

Also Flexibilität war schon zu Kindertagen ein großes Thema für mich . Ich war schon als Kind im Showtanz und Gardeverein aktiv und eine gewisse Grundflexibilität konnte ich dadurch aufbauen. Nachdem ich dann mit dem Poledance angefangen habe und mir Inspirationen bei Youtube einholte, konnte ich feststellen , dass ich insbesondere von den Polerinas begeistert war, die extrem gelenkig waren . Ihre Bewegungen waren so anmutig und voller Grazie/Eleganz , selbst die leichtesten Spins sahen mit mehr Flexibilität für mich tausend mal schöner aus. Diese Motivation reichte für mich aus, so dass ich tatsächlich angefangen haben fast täglich zu dehnen. 

Was liebst du denn ganz speziell am Stretching? Was stretcht du am liebsten?

Also ich muss gestehen , dass ich vor einigen Jahren mit Stretchen nur Schmerzen verbunden haben. Mittlerweile ist das anders, ich kombiniere das Stretchen mit Yoga und Pilatesübungen und zwischen den Stretchingeinheiten baue ich auch kleine Entspannungspausen ein. Mittlerweile nutze ich das Dehnen nicht nur um „gelenkiger “ zu werden vielmehr um die Gelenkigkeit zu erhalten und zu entspannen. Mittlerweile gehört das Dehnen zu meinem Alltag dazu und ich möchte es nicht mehr missen. Ich fühle mich danach einfach viel vitaler und gestärkter. Am liebsten Dehnen ich den Rücken und die Hüfte. 

Bist du von Natur aus schon flexibler als andere oder steckt dahinter jahrelanges hartes Training?

Definitiv Nein. Die Flexibilität habe ich mir über die Jahre hart erarbeitet. 

Wie hast du dich bei deinen ersten Spins an der Pole gefühlt? War es für dich ein einfacher Weg zur Poledancetrainerin? Was steckt dahinter?

Ich muss dazu sagen, dass ich bis dato dem Showtanz verfallen war und ich mir keine andere Sportart vorstellen konnte…. Aber dann hatte ich meine erste Poledancestunde und es war Liebe auf den ersten Spin 😉 Ich war direkt Schock verliebt und wollte nie wieder etwas anderes machen. Ich trainierte anfänglich 1 bis 2 mal die Woche und nach meiner zweiten Schwangerschaft dann fast täglich . Gemeinsam mit Jen posteten wir bei Youtube Trainingsvideos (aus unserem Wohnzimmer *lach) und wurden dann des Öfteren angeschrieben ob wir auch unterrichten würden. Daraus entstand dann die Idee Poledance Instructor zu werden. Nach der Ausbildung bei Vertical Dance eröffneten wir dann 2011 unser Poledancestudio PoletastiX. Ich kann es immer noch nicht glauben, und bin unendlich dankbar darüber, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte. 

Was sind für dich die wichtigsten Punkte beim Poledance?

Die wichtigsten Punkte beim Poledance? Mmmhh also ganz ehrlich für mich ist Poledance mehr als ein Sport es verändert das ganze Leben! Deshalb fällt es mir auch schwer nur einen Punkt hervorzuheben. Es geht für mich beim Poledance um das Zusammenspiel von Eleganz, Kraft, Koordination, Flexibilität, Körperspannung, Körpergefühl, Technik, Kreativität, Selbstakzeptanz/Liebe und natürlich Spaß. Das macht diesen Sport auch so einzigartig und besonders. 

Gab es schon mal Verletzungen die dich aus der Bahn geworfen haben und du länger pausieren musstest? Wie gehts du damit um?

Toi toi toi, ich muss wirklich sagen, dass ich in den letzen 8 Jahren nur eine ernsthafte Verletzung hatte. Ich wurde für einen Auftritt gebucht und der Raum in dem ich mich aufwärmte. war extrem kalt und so habe ich mir eine richtig schmerzhafte Muskelzerrung zugezogen. Die Folge war, dass ich tatsächlich fast ein Jahr keinen Middlesplitstretch mehr machen konnte. Diese Zerrung hat mich ordentlich zurückgeworfen und auch erstmal den Spaß am Middlesplitstretch genommen. Nach ein paar Monaten hab ich dann ganz vorsichtig im Frogstretch angefangen zu Dehnen. Dabei habe ich extrem auf eine ruhige Atmung geachtet und auf meinen Körper gehört. Langsam ist es dann immer besser geworden. 

Wie sieht dein Stretching vom Aufbau her auf? Und wie oft strechst du pro Woche?

Oh das werde ich oft gefragt . Da ich meist 5 mal die Woche bei PoletastiX mehrere Stunden unterrichte kommt mein eigenes Stretching leider oft zu kurz aber um meine Grundflexibilität zu erhalten reicht es *lach. Ich habe mir mittlerweile angewöhnt fast täglich nach meiner Bürozeit eine Stunde etwas für mich bzw. meine Flexibilität zu tun. Dann mache ich meist 30 Min Cardiotraining um meine Muskeln zu erwärmen und die andere halbe Stunde konzentriere ich mich aufs Dehnen. Hier wähle ich dann jeden Tag einen anderen Schwerpunkt aus und vollziehe aktive als auch passive Dehnübungen gepaart mit Yoga und Pilateselementen. 

Was ist für dich das allerwichtigste beim Stretching?

Die Einstellung, Atmung und das richtige Ambiente. Wenn man flexibler werden möchte, dann muss man regelmäßig dehnen . Das heißt man sollte es im Alltag integrieren und damit man auch dran bleibt, spielt die Einstellung eine große Rolle. Man sollte nach einer oder zwei Stunden keine Riesenerfolge erwarten. Man sollte sich bewusst machen, dass man etwas Gutes für sich und seinen Körper getan hat. Dabei hilft es oft sich einfach kleine Ziele zu setzen und nicht direkt einen Oversplit oder Needle Scale zu fokussieren. Ich sag meinen Mädels auch immer von einmal Cheatday wird man nicht zunehmen aber von einmal Joggen gehen auch nicht abnehmen. So ist es beim Stretching auch, von einer Trainingseinheit darf man noch nichts erwarten. Man sollte dran bleiben und mit dieser Einstellung klappt es dann auch mit dem regelmäßigen Dehnen. Dann ist die Atmung auch unglaublich wichtig . Man sollte darauf achten bei jeder Übung ruhig zu atmen und versuchen sich zu entspannen. Ich weiß, das ist manchmal leichter gesagt als getan. Dehnen hat auch mit Schmerzen zu tun jedoch muss man das Bewusstsein für den Unterschied zwischen Dehnschmerz und dem Verletzungsschmerz kennen bzw unterscheiden können. Zu guter Letzt das Ambiente, ich versuche in meinen Stretching Workshops als auch während meiner eigenen Stretchingeinheiten langsame Musik zu spielen, diese hilft bei einer ruhigen Atmung und unterstützt die Entspannung. 

Was ist dein allerliebster flexy Trick an der Pole?

Ahh ich liebe Flexy Tricks an der Pole. Meine absoluten Lieblingstricks sind der Cocoon, Yogini und der Eagle. 

Jeder von uns hat Stärken und Schwächen: was würdest du bei dir als Schwäche bezeichnen im Bezug auf die Flexibilität? Und was ist deine absolute Stärke?

Oh ja die habe ich natürlich auch. Meine Schwäche ist leider immer noch der Middlesplit. Ich muss mir selber in den Hintern treten um dranzubleiben außerdem ist meine rechte Hüfte nicht so flexibel wie die linke. Diese Disbalance muss ich noch ausgleichen. Ansonsten haben ich glaub ich keine besonderen Stärken, Rücken ,Beine, Schultern und Hüfte fallen mir gleich leicht oder gleich schwer *lach 

Du hast ein wunderschönes Studio Poletastix in Düsseldorf gegründet wo du deine Leidenschaft an deine Schüler weitergibst Hast du dir damit einen Traum erfüllt? Wie kam es dazu?

Oh definitiv. Wie ich bereits erwähnt habe, hätte ich nie im Leben damit gerechnet , dass sich mein Leben so entwickelt . Eigentlich bin ich nämlich Verwaltungswirtin und hätte man mir damals gesagt, dass ich mal ein erfolgreiches Poledancestudio führen würde hätte ich es nicht geglaubt. Ich kann in der Tag sagen, dass ich meinen Traum lebe und ich genieße jeden einzelnen Moment. Ich hoffe , dass ich diesen Traum noch ein paar Jahre weiter träumen kann. By the way möchte ich den Umgang mit so tollen Mädels /Frauen nicht missen, meine Schülerinnen geben mir jeden Tag aufs Neue Kraft und inspirieren mich!

Welchen wichtigen Tipp möchtest du der Stretching-Community unbedingt mitgeben?

Aller Anfang ist schwer und der Schweinehund unser größter Feind! Findet heraus was Euch motiviert und behaltet euer (realistisches Ziel) vor Augen. Dokumentiert euren Trainingsstand und Fortschritt und bitte seid nicht so streng mit Euch und eurem Körper und bitte denkt an ein gutes Warm up bevor ihr mit dem Dehnen beginnt!

DANKE liebe Jasmine für das tolle Interview! Wer noch Fragen an Jasmine hat findet sie auf Instagram mit dem Namen: @jasmine_poletastix und ihr Studio unter http://www.poletastix.com oder direkt in Düsseldorf, ein Besuch lohnt sich! 😀

Ich hoffe, dass dieses Interview euch einen kleinen Einblick in die flexy Welt von Jasmine geben konnte. Hier sieht man wieder mal, dass nicht alles von heute auf morgen kommt, und das Dranbleiben und jahrelanges Training enorm wichtig ist. Das Zauberwort ist: TUN! Also meine Lieben los gehts: Ran an das heutige Stretching! #letsdoit

Happy Stretching,

Eure Steffi